»Oder er würde schlaff und träge werden und alle seine Kräfte einbüßen. Es ist gefährlich dort hinaufzukommen, wenn man nicht da geboren ist.«

»Er muß sich hart machen, um Geld zu sammeln. Anfänglich gibt er sich den Anschein, als wenn er es wäre, und schließlich wird es ihm zur Gewohnheit.«

»Er muß hart gegen sich und gegen andere werden«, fährt Gösta fort. »Es ist schwer, Geld zu sammeln. Er muß Haß und Verachtung erleiden, er muß frieren und hungern und sein Herz verhärten; es ist fast, als vergäße er, weshalb er angefangen hat zu sparen.«

Der Brobyer Pfarrer blickte scheu zu ihm auf. Er fragte sich, ob Gösta dort sitze und sich lustig über ihn mache. Aber Gösta war ganz Eifer und Ernst. Es war, als rede er seine eigene Sache.

»So ist es mir ergangen«, sagte der Alte leise.

»Aber Gott beschützt ihn«, fährt Gösta fort. »Er erweckt die Gedanken seiner Jugend in ihm, wenn er genug gesammelt hat. Er gibt dem Pfarrer ein Zeichen, wenn das Volk Gottes seiner bedarf.«

»Aber wenn der Pfarrer nun dem Zeichen nicht gehorcht, Gösta Berling?«

»Er kann ihm nicht widerstehen«, entgegnete Gösta mit strahlendem Lächeln. »Der Gedanke an die warmen Hütten, bei deren Bau er den Armen helfen soll, ist zu verlockend.«

Der Pfarrer sieht herab auf die kleinen Gebäude, die er aus den dürren Zweigen des Schandhügels aufgeführt hat. Je länger er mit Gösta redet, desto mehr fühlt er sich überzeugt, daß er recht hat. Er hatte stets den Gedanken gehabt, Gutes zu tun, wenn er einmal genug eingesammelt hätte. Er klammert sich daran fest; natürlich hatte er diesen Gedanken gehabt.

»Weshalb baut er denn keine Hütten?« fragt er scheu.