»Aber wir, wir Menschen, was wird denn aus uns?«
»Dasselbe, was immer aus uns geworden ist: Staub. Wer ausgebrannt ist, kann nicht mehr brennen; er ist tot. Wir sind Brennmaterial, das von den Flammen des Lebens umflackert wird. Der Funke des Lebens fliegt von dem einen zu dem andern. Er wird angezündet, flammt auf und erlischt. Das ist das Leben.«
»O Eberhard, gibt es denn kein ewiges Leben?«
»Nichts jenseits des Grabes?«
»Nichts.«
»Nichts Gutes, nichts Böses, kein Ziel, keine Hoffnung?«
»Nichts!«
Die junge Gräfin tritt an das Fenster. Sie sieht hinaus auf das gelbwerdende Laub des Herbstes, auf Georginen und Astern, die die schweren Köpfe auf den vom Herbstwind geknickten Stengeln hängen lassen. Sie sieht die schwarzen Wellen des Löfsees, den finsteren Gewitterhimmel des Herbstes, und einen Augenblick gibt sie sich der Verleugnung hin.
»Onkel Eberhard,« sagt sie, »wie grau und häßlich die Welt ist, wie unnütz und eitel alles ist. Ich will mich hinlegen und sterben.«