Kevenhüller allein sah, wer sie war. Im Anfang ließ er sich wohl blenden wie alle die andern. Aber eines

Tages hatten Patron Julius und Örneclon, die sich nicht schämten, sie als Schneider zu bedienen, ihr ein Gewand aus grünem, rauschendem Seidenstoff genäht, und als sie das anzog, da erkannte Kevenhüller sie.

Da saß sie auf den Seidenpolstern, auf dem besten Sopha in Ekeby, und alle die alten Männer machten sich zu Narren, um ihr zu dienen. Einer war Koch, ein anderer Kammerdiener, einer war Vorleser, einer Hofmusikant, einer Schuhmacher: ein jeder hatte seine Beschäftigung gewählt.

Es sollte ja heißen, daß sie krank sei, dies böse Ungetüm, aber Kevenhüller wußte recht gut, wie es mit der Krankheit beschaffen war. Sie hatte sie nur alle zum Narren, ja, das tat sie.

Er warnte die Kavaliere vor ihr: »Seht doch die kleinen, scharfen Zähne,« sagte er, »und die wilden, blitzenden Augen. Das ist die Hulder – alles Böse ist unterwegs in dieser schrecklichen Zeit. Ich sage euch, es ist die Hulder, die gekommen ist, um uns zu verderben. Ich habe sie schon früher gesehen.«

Aber wie groß ist doch die Verblendung der Menschen, wenn ihre Herzen gerührt sind! Die Kavaliere waren wie eine Mutter, der man einen Wechselbalg in die Wiege gelegt hat. Sie kann sich nicht überwinden, den großen Kopf und die dunkle Haut zu sehen; sie findet, daß das heisere Schreien des Koboldkindes dem zwitschernden Lachen ihres eigenen Kindes gleicht, sie kann nicht sehen, daß die Lippen dick sind und daß sich die Nägel wie Klauen krümmen. Und so erging es auch den Kavalieren; sie waren nahe daran, Kevenhüller totzuschlagen, als er ihnen die Augen öffnen wollte.

Aber sobald Kevenhüller die Hulder gesehen und sie wiedererkannt hatte, kam die Arbeitslust über ihn. Es begann in seinem Gehirn zu brennen und zu sieden, seine Finger schmerzten ihm vor Eifer, wieder nach Feile und Hammer zu greifen; er konnte nicht dagegen ankämpfen. Mit Bitterkeit im Herzen zog er die Arbeitsbluse an und schloß sich in eine alte Schlosserwerkstatt ein, wo er arbeiten wollte.

Da ging es wie ein Ruf von Ekeby über ganz Wermland:

»Kevenhüller hat zu arbeiten begonnen!«

Und man lauschte atemlos den Hammerschlägen aus der verschlossenen Werkstatt, dem Kreischen der Feile, dem Stöhnen des Blasebalgs.