Glocken läuteten, Wagen rasselten, Spritzen kamen dahergefahren, Wassereimer wurden vom See heraufgereicht, aus allen Dörfern stürmten Leute herbei. Da war ein Schreien und Jammern und Kommandieren; Dächer stürzten herab, da war ein fürchterliches Knistern und Heulen von Flammen.

Nichts aber brachte Kevenhüller aus seiner Fassung; er saß auf dem Haublock und rieb sich die Hände.

Da vernahm er ein Krachen, als wenn der Himmel herabstürzte, und er sprang jubelnd auf. »Jetzt ist es geschehen!« rief er aus. »Jetzt kann sie nicht entkommen, jetzt ist sie unter den Balken zermalmt oder von den Flammen verzehrt. Jetzt ist es vollbracht!«

Und er dachte an Ekebys Ehre und Macht, die geopfert werden mußten, um sie aus der Welt zu schaffen. Die stolzen Säle, wo so viel Wonne und Freude gewohnt hatte, die Zimmer, die widergehallt hatten von

der Freude der Frauen, die Tische, die sich schier gebogen hatten unter leckeren Gerichten, die kostbaren alten Möbel, Silber und Porzellan, das nie wieder beschafft werden konnte ...

Und dann fuhr er mit einem Schrei in die Höhe. Sein Feuerrad, seine Sonne, das Modell, von dem alles abhing, hatte er das nicht unter die Treppe gestellt, damit es die Feuersbrunst verursachen sollte?

Kevenhüller sah sich selbst an, versteinert vor Schrecken.

»Bin ich von Sinnen?« sagte er. »Wie konnte ich nur so etwas tun?«

Im selben Augenblick tat sich die verschlossene Tür der Werkstatt auf, und die Grüngekleidete trat ein.

Da stand die Hulder auf der Schwelle, hold und lächelnd. Ihr grünes Gewand hatte weder Fleck noch Makel, kein Brandgeruch haftete an ihrem dicken Haar. Sie war so, wie er sie in den Tagen seiner Jugend auf dem Marktplatz zu Karlstad gesehen hatte, der Schwanz schleifte zwischen ihren Füßen, und sie führte die ganze Wildheit und den Duft des Waldes mit sich.