Den ganzen Abend ertönt die Sprache der alten Hymnen im Krankenzimmer.

Draußen auf dem Hofplatz stehen die dichten Scharen und warten auf »das Letzte«. Sie wissen, was da drinnen vor sich geht – was laut am Sterbebette gesprochen wird, geht da draußen als Geflüster von Mund zu Munde. Jeder, der etwas zu sagen hat, drängt sich schweigend durch die Menge. »Hier ist einer, der von ihm zeugen kann«, sagt man und macht ihm Platz. Und sie treten aus der Dunkelheit hervor, legen ihr Zeugnis ab und treten wieder in die Finsternis zurück.

»Was sagt sie jetzt?« fragen die Draußenstehenden. »Was sagt die gestrenge Frau auf Helgesäter?«

»Sie strahlt wie eine Königin, sie lächelt wie eine Braut. Sie hat seinen Lehnstuhl an das Bett gerückt und die Kleider darauf gelegt, die sie ihm eigenhändig gewebt hat.«

Aber dann wird es still unter den Leuten. Niemand sagt es, aber alle wissen es wie mit einem Schlage: »Jetzt stirbt er.«

Hauptmann Lennart schlägt seine Augen auf, er sieht, und er sieht genügend. Er sieht sein Heim und die Volksscharen, seine Frau, die Kinder, die Kleider, und er lächelt. Aber er ist nur erwacht, um zu sterben. Er seufzt einmal röchelnd auf und haucht dann seinen Geist aus.

Da verstummen die Erzählungen. Eine Stimme aber beginnt ein Sterbelied. Alle stimmen mit ein, und von Hunderten von starken Stimmen getragen, erhebt sich der Gesang zu den ewigen Höhen. Das ist der Abschiedsgruß der Erde an die fliehende Seele.

Der Schatz des Pfarrers von Broby

Es herrschte Schweigen im Kavalierflügel. Die krummen Waldhörner, die in Veranlassung des Marktes geputzt und mit neuen grünen Schnüren und Quasten verziert waren, hingen unbenutzt in den Ecken. Die Violinen lagen, in rohe Seide gewickelt, in ihren Kasten, den Bogen zur Seite, das Harz und die Reservesaiten am Kopfkissen. Die Flöten waren nicht aus dem Bade herausgenommen, in dem sie lagen, um dicht zu werden. Die Bellmanslieder ertönten nicht, man hörte kein Scherzen und Lachen. Auf dem großen Tisch, der voll weißer Ringe von den Groggläsern war, stand noch das Tablett, aber

niemand mischte den dampfenden Trunk. Beerencreutz saß da und spielte mit den Karten, niemand aber machte Miene, Geld auf den Spielteller zu werfen.