Die Männer erhoben sich und gingen hinaus, um zu suchen.
Der alte Jan Hök saß still und starrte glanzlosen Blickes vor sich hin, so finster und hart, daß man bange vor ihm werden konnte. Der jungen Frau wollte gar kein Wort einfallen, das sie an ihn hätte richten können.
Da sah sie, daß ein Kind krank auf einem Bündel Stroh lag und daß eine der Frauen eine kranke Hand hatte. Gleich begann sie, den Kranken zu helfen. Sie ward bald vertraut mit den geschwätzigen Frauen und ließ sich die kleinsten Kinder zeigen.
Eine Stunde später kamen die Männer zurück. Sie führten Gösta Berling gebunden in die Hütte und legten ihn vor das Feuer nieder. Seine Kleider waren zerrissen und beschmutzt, seine Züge verzerrt, und die Augen rollten ihm wild im Kopf. Er war in den letzten Tagen auch wild umhergestürmt. Er hatte auf der nassen Erde gelegen,
hatte Hände und Gesicht in den Schlamm des Moors hineingebohrt, hatte sich über Felsblöcke hinweggeschleppt und war in das dichteste Dickicht gedrungen. Jetzt wußte er, daß der Tod nicht so leicht zu finden ist. Stunde auf Stunde war er da oben umhergeschwankt, mit seiner aufflammenden Lebenslust ringend. Gutwillig war er den Männern nicht gefolgt, sie hatten ihn überwältigen und binden müssen.
Als seine Frau ihn so sah, ward sie zornig. Sie besaß auch ihren Stolz, und sie fühlte sich gedemütigt, ihren Mann in einem solchen Zustand zu erblicken. Sie löste seine gebundenen Glieder nicht, sondern ließ ihn am Boden liegen.
»Wie du aussiehst!« sagte sie.
»Ich wollte dir ja nicht vor die Augen treten«, erwiderte er.
»Bin ich denn nicht deine Gattin? Habe ich nicht das Recht, zu erwarten, daß du mit deinem Kummer zu mir kommst?«
»Ich weiß nicht, für was du dich ansiehst. Ich weiß nicht, welche Pläne du für dein Leben hast. Aber ich weiß, daß ich dir keinen größeren Dienst erweisen kann, als wenn ich sterbe.«