ihrer Arbeit. Mehrere von ihnen dachten daran, wie wunderbar es doch sei, daß sie nun wieder Weihnachten in der Schmiede feierten. Der große Gelehrte Kevenhüller, der den Wiederaufbau der Mühle und der Schmiede geleitet hatte, und Christian Bergh, der starke Hauptmann, standen am Ofen und beaufsichtigten das Schmelzen. Gösta und Julius trugen Kohlen. Von den übrigen saßen einige auf dem Amboß unter dem in die Höhe gezogenen Hammer, andere hatten sich auf Kohlenkarren und Haufen von Stangeneisen niedergelassen. Löwenberg, der alte Mystiker, sprach mit Onkel Eberhard, dem Philosophen, der neben ihm auf dem Amboß saß.
»In dieser Nacht stirbt Sintram«, sagte er.
»Weshalb gerade über Nacht?« fragte Eberhard.
»Du entsinnst dich wohl des Vertrages, den wir vor einem Jahr mit ihm schlossen? Jetzt haben wir nichts getan, was nicht kavaliermäßig wäre, folglich hat er verloren.«
»Wenn du an so etwas glaubst, so weißt du doch wohl auch, daß wir vielerlei getan haben, was nicht kavaliermäßig war. Erstens haben wir der Majorin nicht geholfen, zweitens fingen wir an zu arbeiten, drittens war es nicht ganz kavaliermäßig, daß Gösta sich nicht das Leben nahm, wie er gelobt hatte.«
»Ich habe darüber nachgedacht,« erwiderte Löwenberg, »aber ich glaube, daß du dich darin irrst. Es war uns verboten, mit kleinlichen Gedanken zu unserm eigenen Vorteil zu handeln, nicht aber so, wie die Liebe oder die Ehre oder unsere eigene Seligkeit es von uns erheischt. Ich glaube, Sintram hat verloren. Ja, ich weiß es. Ich habe seine Schlittenglocken den ganzen Abend gehört,
aber es war kein richtiges Schlittengeläut, wir werden ihn bald hier haben.«
Und der kleine alte Mann saß da und starrte auf die offene Tür der Schmiede und das kleine Stückchen blauen Himmels mit den einzelnen Sternen, das da hindurch sichtbar ward. Plötzlich sprang er auf.
»Siehst du ihn?« flüsterte er. »Da kommt er geschlichen! Siehst du ihn nicht in der Tür?«
»Ich sehe nichts,« erwiderte Onkel Eberhard, »du bist müde, das ist das Ganze.«