Gösta stieß einen Fluch aus, beugte sich vornüber und versetzte Don Juan einen scharfen Schlag mit der Peitsche.
»Fürchtest du dich?« fragte er. »Sie schlagen einen Richtweg ein und werden uns da hinten, wo die Landstraße eine Biegung macht, einholen.«
Don Juan sprang und lief um die Wette mit den wilden Tieren des Waldes, und Tankred heulte vor Wut und Angst. Sie erreichten die Krümmung des Weges gleichzeitig mit den Wölfen, und Gösta trieb den ersten mit der Peitsche zurück.
»Ach, Don Juan, mein Junge, wie leicht könntest du zwölf Wölfen entfliehen, wenn du uns Menschen nicht zu schleppen hättest!«
Sie banden den grünen Reiseschal hinten am Schlitten fest. Die Wölfe wurden davor bange und hielten sich eine Zeitlang in einiger Entfernung. Als sie aber ihre Furcht überwunden hatten, sprang einer von ihnen mit lang heraushängender Zunge und mit geöffnetem Rachen auf den Schlitten zu. Da nahm Gösta Madame de Staëls Corinna und warf es ihm ins Maul.
Abermals hatten sie eine kleine Ruhepause, während die Tiere ihre Beute zerrissen, und abermals fühlten sie die Rucke, wenn die Wölfe an dem grünen Reiseschal zerrten, und der kurze, hastige Atemzug der wilden Tiere drang an ihr Ohr. Sie wußten, daß sie vor Berga an keiner menschlichen Wohnung vorüberkamen; aber es erschien Gösta weit schlimmer als der Tod, denen ins Auge sehen
zu sollen, die er betrogen hatte. Er sah auch ein, daß das Pferd ermüden würde, und was sollte dann nur aus ihnen werden?
Da ward das Bergaer Haus am Waldesrande sichtbar. In den Fenstern brannten Lichter. Gösta wußte sehr wohl, wem die galten.
Doch nun flüchteten die Wölfe, bange vor der Nähe der Menschen, und Gösta fuhr an Berga vorüber. Er kam aber trotzdem nicht weiter als bis zu der Stelle, wo der Weg sich wieder in den Wald verliert; da erblickte er eine dunkle Gruppe vor sich – die Wölfe warteten auf ihn.
»Laß uns nach dem Pfarrhof umwenden, wir können ja sagen, daß wir eine kleine Spazierfahrt im Sternenschein gemacht haben. Dies geht nun und nimmer gut.«