Und die Tante konnte auch wirklich Auskunft geben. Der da draußen stand, das sei ja wahrhaftig der Pfarrer von Finnerud, Pastor Liljecrona!
Ja, nun hätte die Stiefmutter dasein sollen, um zu sehen, wie Maja Lisa bei Nennung dieses Namens zusammenfuhr! Die Tante merkte es auch gleich und wurde neugierig. Aber das tat nichts, denn ihr konnte Maja Lisa ohne Scheu die Geschichte von dem Traumpfannenkuchen und dem Traum erzählen, während sie sie der Stiefmutter niemals hätte anvertrauen können; diese hätte ja doch nur über alles miteinander verächtlich den Kopf in den Nacken geworfen.
Die Tante dagegen nahm die Sache vollständig ernst.
»Das wäre nicht das schlimmste, wenn du ihn bekommen könntest«, sagte sie. »Er ist nicht allein ein schöner Mann, sondern auch ein wirklich prächtiger Mensch.«
Maja Lisa verwunderte sich höchlich. Die Tante konnte doch wohl nicht meinen, sie solle den Pfarrer von Finnerud heiraten. Dieser Ort lag ja weit droben im Norden, noch viel weiter entfernt als Västmarken. Und es wohnten auch nur Finnen dort, die vor zweihundert Jahren hingezogen waren, aber seither noch nicht einmal Schwedisch gelernt hatten. Für Maja Lisa war Finnerud ein so unbekannter Ort, wie wenn er ganz droben in Lappland gelegen hätte.
Aber die Tante beruhigte sie. Sie solle keine Angst haben, in Finnerud brauchte sie nicht zu wohnen. Pastor Liljecrona sei schon seit elf Jahren Pfarrer dort und werde
nun wahrscheinlich wegziehen, um Propst in Sjöskoga zu werden.
Da begann Maja Lisa zu verstehen, warum die Tante so eifrig geworden war. Sie, die ursprüngliche Pfarrerstochter, wußte wohl, daß Sjöskoga das beste Pastorat im ganzen Sprengel war.
Aber Maja Lisa sagte, sie kümmere sich eigentlich weder um Finnerud noch um Sjöskoga; ihr Mann müsse Pfarrer in Svartsjö sein und auf Lövdala wohnen.
»Ja, so sagst du jetzt,« meinte die Tante, »aber warte nur, bis der Rechte kommt, dann fragst du weder nach Hof noch Kirchspiel.«