»Ich weiß wohl, Maja Lisa soll natürlich einen Pfarrer heiraten und hier auf Lövdala wohnen und regieren«, fuhr Örneclou fort. »Und dafür spricht ja auch vieles. Lyselius wird ihr schon einen frischen, prächtigen Mann aussuchen, der mehr versteht, als auf einer Kanzel zu stehen, und der die Landwirtschaft ebensogut betreiben kann wie er selbst. So einer wie ich würde alle Augenblicke
seine Schwiegermutter um Hilfe bitten müssen, und das würde ihr wohl beschwerlich sein.
Ihr, Frau Base, möchtet wohl am liebsten, wenn Ihr Witwe werdet – und es ist ja betrüblich, in Parenthese gesagt, wie Lyselius im letzten Jahr abgenommen hat –, wie Frau Beata Spaak ruhig in Eurem Stübchen sitzen und Euch um nichts mehr kümmern.«
Die Pfarrfrau saß noch wie vorher bolzgerade da und zog die Nadel heraus und hinein. Aber jetzt wendete sie sich dem Fenster zu, um besser zu sehen, und da sah Örneclou, daß sie tatsächlich lachte.
Nun fing er an zu glauben, sie sei gegen jeden Angriff gefeit. Er stand auf, um in sein Zimmer hinaufzugehen und seine Perücken zu locken oder seine Busenkrause zu tollen, was er meistens tat, wenn er schlechter Laune war.
Doch jetzt wendete sich die Pfarrfrau an ihn und stellte ihm auch eine Frage.
»Da Ihr, Herr Fähnrich, überall herumkommt, kennt Ihr wohl auch diesen Liljecrona, der Pfarrer in Finnerud ist?«
Der Fähnrich erschrak. Was er vorhin vom Heiraten gesagt hatte, schien doch Eindruck auf sie gemacht zu haben. Vielleicht war Liljecrona als Schwiegersohn ausersehen, und jetzt hatten am Ende seine Worte den Gedanken in ihr erweckt, er sei nicht so ganz geeignet dazu.
»Olle Liljecrona!« sagte er. »Gewiß kenne ich ihn. Ich bin sogar wiederholt bei ihm in Finnmarken gewesen. Das ist wirklich ein prächtiger Mensch, der alles versteht.
Er hat ja sogar die Männer und Weiber da droben in allen möglichen nützlichen Beschäftigungen unterrichtet.«