Aber diesmal schien von einem Hinterhalt nicht die Rede zu sein. Die Pfarrfrau setzte sich an den Nähtisch,
die Kleine mußte neben ihr Platz nehmen; nun sollte sie nähen lernen, denn die Pfarrfrau hätte ihrer Mutter versprochen, ihr eine gute Erziehung zuteil werden zu lassen.
Zuerst zeigte ihr die Pfarrfrau, wie man eine Nadel einfädelte.
Dies pflegt ja eine schwere Aufgabe für kleine Leute zu sein; aber die Kleine zog den Faden gleich beim ersten Versuch durchs Nadelöhr.
Die Pfarrfrau verwunderte sich höchlich. Sie sagte, das habe sie sehr gut gemacht. Wenn ihr alles ebenso leicht von der Hand gehe, könne eine Meisterin im Nähen aus ihr werden.
Dann gab ihr die Pfarrfrau ein kleines Stück Leinwand, an dem sie sich üben könnte. Sie zeigte ihr, wie man einen Knoten macht, wie man die Nadel in den Stoff hineinsteckt und wieder herauszieht.
Schweigend ließ sich die Kleine belehren. Dann nahm sie den Leinwandfleck in die Hand, legte ihn über den linken Zeigefinger und machte Stich um Stich, als sei das absolut nichts Schwieriges.
Ei du lieber Himmel! Wie sehr verwunderte sich doch die Pfarrfrau. Das sei das Merkwürdigste, das ihr je vorgekommen war!
Da konnte die Kleine nicht länger ernsthaft bleiben, sie fing an zu lachen.
Nun glaubte die Pfarrfrau endlich zu merken, wie die Sache zusammenhing, und sie fragte, ob die Kleine