Sie erwachte aus ihren Gedanken, als Liljecrona ihre Hände, die er noch immer festgehalten hatte, losließ.

»Gib mir meine Geige wieder, damit ich gehen kann«, sagte er. »Ich sehe, du begreifst, daß mir keine andere Wahl bleibt.«

Sie konnte sich nicht darüber verwundern, daß er glaubte, sie wolle ihn gehen lassen. Da stand sie ja noch immer und suchte nach den richtigen Worten, die ihn zurückhalten sollten, fand sie aber nicht.

»Liebster,« sagte sie nun hastig, »du brauchst doch wohl nicht so rasch zu gehen. Willst du dich nicht wenigstens erst auf Lövdala etwas umsehen? Ist es nicht wunderschön hier mit all den herrlichen Blüten? Siehst du den Sonnenschein, der wie Gold auf dem Grase liegt? Möchtest du denn nicht – –«

Sie kam nicht weiter, wieder fehlten ihr die Worte. Ach, sie hätte so gerne von der guten Heimat mit ihm gesprochen, die sie und er hier auf Lövdala miteinander bauen würden; aber es war ihr, als sei das nichts, was einen Wert in seinen Augen hätte. Eine gute Heimat bedeutete für ihn durchaus nicht dasselbe wie für sie.

Wieder bat er sie um die Geige. Danach, sagte er, werde er ihren Weg nie mehr kreuzen.

Sie legte die Hand aufs Herz und atmete schwer. Nun würde er gehen und nie wiederkommen. Und sie konnte und konnte die Worte nicht finden, die Macht über ihn haben würden; sie konnte ihn nicht zurückhalten.

Nein, sie wußte keinen Ausweg, sie mußte ihm nachgeben. So trat sie vom Fenster zurück, um die Geige zu holen und sie ihm auszuhändigen.

Aber als sie die Geige in der Hand hielt, blieb sie unbeweglich stehen; höchst wunderliche Gedanken stiegen in ihrem Herzen auf.

Jetzt hielt sie das in der Hand, was die größte Macht über ihn gehabt hatte. Diese Geige war in früheren Tagen seine Stärke und sein Trost gewesen.