Jawohl, die Stiefmutter setzte ihren Willen durch, und schon nach einer Stunde waren die beiden, die Pfarrerstochter und die Kleine, unterwegs.
In der Allee, und solange man ihnen von Lövdala aus nachsehen konnte, gingen sie sehr ruhig und sittsam; aber bald kamen sie in ein Tannengehölz, wo vom Pfarrhaus niemand mehr einen Schein von ihnen entdecken konnte.
Ja, so viel ist sicher, die Pfarrerstochter hatte diesen Ausflug nach Svansskog für etwas recht Langweiliges und Unnötiges gehalten; aber nun war das herrlichste Winterwetter, das man sich nur denken konnte. Und vor ihr ging es den Hügel hinab, einen langen steilen Weg. Und sie war frei und vergnügt wie seit Monaten nicht mehr, es war ihr, als sei sie einem engen Käfig entflohen. Und die junge Siebzehnjährige ergriff die Hand der kleinen Dreizehnjährigen, und dann liefen beide mit langen Sprüngen davon, bis sie in die große Schneewehe am Fuße des Hügels hineingerieten, und da lagen sie und lachten aus vollem Halse.
Als sie in Svansskog ankamen, war es erst ein Uhr mittags. Sie hatten auch recht Glück gehabt und nur die Hälfte des Weges zu Fuß gehen müssen; denn schon von Broby an ließ sie ein Knecht von Svansskog aufsitzen,
der einen Fremden gefahren hatte und mit dem leeren Schlitten heimkehrte.
Svansskog war zugleich Nachtherberge, obgleich sie lange nicht so besucht war wie die auf Broby, wo die Leute beständig kamen und gingen. Nach Svansskog, das ganz im Norden des Kirchspiels lag, kam höchstens ein Reisender am Tag, und oft konnte gewiß eine ganze Woche vergehen, ohne daß jemand einen Wagen verlangte.
Hier auf Svansskog war alles unverändert. Weder die Tante noch eine ihrer Mägde erschien, um der Pfarrerstochter und der Kleinen aus dem Schlitten herauszuhelfen.
Ach, ach! es wurde Maja Lisa so bang zumute, die Angst schnürte ihr die Brust so zusammen, daß das Herz fast keinen Raum mehr zum Klopfen hatte. Unterwegs war sie hoffnungsvoller gewesen; aber als sie jetzt aus dem Schlitten stieg, hatte sie das bestimmte Gefühl, daß die Tante ihr nicht helfen werde.
Svansskog war ein großes Gebäude mit dem Eingang mitten auf der Langseite und nicht in der einen Ecke, wie das sonst bei den Bauernhäusern der Fall war. Vor der Haustür war auch eine kleine überdeckte Freitreppe mit einer Veranda, die zwar nicht ganz so groß war wie die auf Lövdala, aber ihr sonst durchaus ähnlich sah und auch ganz dasselbe Dach und ganz dieselbe Art von Pfeilern hatte.
Ja, es war wirklich sonderbar! Nun war die Pfarrerstochter schon sooft hier gewesen, aber noch nie war ihr