Unter den jungen Herren aber waren zwei besonders interessant; es waren zwei Deutsche. Sie hatten ihre Studien beendet auf einer deutschen Universität, hatten eine Reise um die Welt unternommen, hatten sogar Afrika durchreist, waren in Palästina, in Ägypten, auch in China und Indien gewesen und waren nun hier, um Amerika zu sehen und zu studieren.

Sie brachten Briefe und Empfehlungen von guten Freunden unseres Vaters und waren gerne in unserer Familie gesehen, und auch sie versuchten, uns angenehm und nützlich zu sein.

Wir hörten besonders gern, wenn sie von ihren Reisen erzählten; denn sie erzählten interessant und sie selbst waren es.

Der eine von ihnen war etwas [schwärmerisch], viele sagten: poetisch, wie wir es oft sehen bei Deutschen; und Martha hörte ihm immer aufmerksam zu, wenn er seine Ideen über das Leben, über Länder und Menschen aussprach.

Besonders aber bewunderte er die Frauen dieses Landes und oft hörten wir ihn sagen: Durch viele Länder der Erde bin ich gereist; aber unter den Frauen aller Nationen sah ich keine, die so schön waren oder klüger oder edler, als die Frauen dieses Landes.

Wir alle hörten das gerne; denn wir wußten, es war sein Ernst.

Wenn wir ausgingen, so folgte Schwester Martha stets seiner Einladung und ging an seinem Arme. — Schöne Tage vergingen so, und waren wir abends müde vom Vergnügen des Tages, so wünschten wir doch den nächsten Morgen herbei mit seinen neuen Freuden.

An einem Tage waren wir nach einem nahen Walde gegangen. Schattige Kühle wehte uns entgegen und Wohlgeruch; wir hörten das [Lispeln] der hohen Bäume und das Konzert der kleinen Sänger. Auf dem grünen Teppich gingen wir fröhlich dahin, pflückten hier und da ein Blatt oder eine Beere und hatten bald die Welt außerhalb des Waldes vergessen.

Auch mit Martha war es so. Sie war froh heute, ganz froh; ja, sie war noch [heiterer] als sonst und sang und sprang mit uns bald hierher, bald dorthin.

Dann [lagerten] wir uns auf einem freien Platze und hielten unser Mahl, hörten Anekdoten, Geschichten und Rätsel. Wir beendeten das Mahl, [erhoben uns], gingen in den Wald, suchten Gräser und Blumen, und so kam es, daß wir uns bald [zerstreut hatten].