Herr Meister: Ich erinnere mich dessen sehr genau, meine Tochter.

Martha Parks: War sie wirklich so gut, daß man ihr den Namen die heilige Elisabeth gegeben hat?

Martha Meister: Sie war sehr gut.

Martha Parks: Aber was hat sie denn getan?

Martha Meister: Das will ich Dir wohl sagen:

Vier Jahre war Elisabeth alt, — da empfing ihr Vater, der König von Ungarn, eines Tages die Boten des [Landgrafen] von Thüringen; — sie baten um die Hand seiner Tochter für den Sohn des Landgrafen.

Der König von Ungarn hörte dieses gerne, denn er wußte, daß das Thüringer-Land reich und schön war und seine Landgrafen edel.

In einem goldenen Wagen verließ Elisabeth das [Ungarnland], begleitet von ihrer [Amme], von vielen edlen Jungfrauen und Rittern; und da sie nach Thüringen vor die Wartburg kamen, wurden sie mit großer Freude empfangen.

Der junge Prinz öffnete selbst die Thüre zum Wagen und hob seine Braut aus der silbernen Wiege, in welcher sie lag, und alle erstaunten über ihre große Schönheit und über die große Anzahl der Wagen, die ihr folgten, gefüllt mit Gold und anderen kostbaren Dingen.

Der Prinz und die Prinzessin aber liebten sich und waren wie Bruder und Schwester und spielten mit einander; denn beide waren noch jung; der Prinz war erst zehn und die Prinzessin nur vier Jahre alt.