Bella: Ich meine, Herr Doktor, es sei ganz schön, bei Tische zu sprechen. Die Franzosen wissen gewiß sehr gut, wie man [speisen] soll, und sie sprechen sehr viel, wenn Sie essen.
Martha Meister: Die Franzosen plaudern mir zu viel bei Tische. — Ich halte es mit den Engländern; die sind ernst bei Tafel und beginnen mit Gebet; und so machen wir es auch zu Hause. — Was denken Sie, Herr Doktor?
Dr. Albert: Ich halte es mit den Deutschen. Viele von ihnen beginnen das Mahl mit Gebet und plaudern während des Essens ganz angenehm. Bruder Otto aber macht es, wie der Engländer: Er speist, er hört und bedient seine Dame.
Otto: Nicht so, Albert; ich speise weder wie ein Engländer, noch wie ein Deutscher, noch wie ein Franzose; sondern wie ein wahrer Amerikaner; das heißt: Ich nehme das Beste von allen, und bin ich, wie jetzt, im Kreise guter Freunde und an der Seite einer Dame, wie Fräulein Bella, und habe ich vor mir gute Speisen und feine Weine und höre ich eine leichte und angenehme [Unterhaltung], — dann befinde ich mich recht komfortabel, recht behaglich.
Herr Meister: Sie erinnern mich an den großen deutschen [Schauspieler] Beckmann.
Fritz Beckmann war einer der besten Schauspieler in Berlin und war sehr witzig und sehr komisch. — Wegen seines guten Humors hatte er viele Freunde.
Einer von ihnen war Herr Hagen. Eines Abends gab Herr Hagen eine große Gesellschaft. Bei Tische hatte Herr Beckmann seinen Sitz zwischen den beiden Töchtern des Hauses: Anna Hagen und Carolina Hagen.
Herr Beckmann sprach lange Zeit kein Wort, sondern lächelte immer. Darüber wunderte man sich, und Fräulein Carolina fragte ihn: Warum so still, heute Abend, Herr Beckmann? Sind Sie nicht wohl?
O nein, mein Fräulein. Mir ist sehr wohl zu Mut in der Tat. Denn zwischen A. Hagen und C. Hagen sitze ich mit B. Hagen (Behagen = Komfort).
Louis: Bravo, Herr Meister, bravo!