Louis: Ich verstehe das Wort »Kreuzzüge« nicht, Herr Meister.

Herr Meister: Sie haben heute schon gehört, Friedrich Barbarossa war mit vielen Rittern nach Palästina gezogen. Nicht wahr?

Louis: O ja.

Herr Meister: »Gezogen« ist hier so viel wie »gegangen« (ich gehe, ich ging, ich bin gegangen; ich ziehe, ich zog, ich bin gezogen). Viele Ritter waren nach Palästina gezogen, dafür kann ich auch sagen: »Ein langer Zug von Rittern ging nach Palästina.« Das Wort »Zug« kommt von ziehen, zog, gezogen.

Louis: Das verstehe ich nun. Aber Sie sagten: »Kreuzzug.«

Herr Meister: Wir sagen Kreuzzüge, weil alle, die nach Palästina pilgerten, ein rotes Kreuz auf der linken Schulter hatten. Sehen Sie, dieses ist ein Kreuz


Herr Meister: »Parzival,« das ist der Name des Ritters. Sein Vater, Gamuret, war ein König, seine Mutter hieß Herzeloide. Der Vater war ein guter, starker Ritter, der beste in der Zeit, aber er starb jung. Da sagte Herzeloide: »Mein Sohn soll kein Ritter werden, soll keinen Ritter sehen. Er soll nicht sterben, so jung wie sein Vater.« Und sie ging aus der Burg (Palast) und ging in einen Wald. Hier lebte sie mit ihrem Sohne, und den (= den Sohn) liebte sie mehr, als alles in der Welt. Nur wenige Personen waren bei ihr im Hause, und nie sollten sie sprechen von den Rittern, nie von einem Schwerte, nie von einer Lanze.

Einmal hörte er seine Mutter sagen: »O, guter Gott.« Da fragte er: »Mutter, wer ist Gott?« Und die Mutter sagte da: »Gott ist der gute Vater von allem, und er ist auch dein Vater, mein Sohn, und meiner. Er ist klarer, als die Sonne, und klarer, als der Tag.«