Bella: (dritter Vers)

»Und der wilde Knabe brach
's Röslein auf der Heiden;
Röslein wehrte sich und stach« .....

Hier muß ich Sie drei Dinge fragen. Erstens: Was bedeutet (= ist) das »'s« in »'s Röslein«? Zweitens: Was bedeutet: »wehrte«? Und drittens: Was bedeutet »stach«?

Otto: Herr Meister, wollen Sie mir gütigst erlauben, diese drei Punkte zu erklären?

Herr Meister: Ich bitte!

Otto: »'s Röslein« steht für »das Röslein.« Das Röslein wehrte sich und stach. »Stach« kommt von dem Worte »stechen« (ich steche, ich stach, ich habe gestochen). Das Röslein wollte am Busche sein und auf der Heide bleiben, es wollte nicht von dem Knaben gebrochen sein, es wollte nicht in die Stadt wandern; darum hat es den Knaben gestochen mit dem Dorn. Das ist: Das Röslein »wehrte« sich mit dem Dorne.

Louis: Ich verstehe. Der Ochse wehrt sich mit dem Horne. Das arme Lamm kann sich nicht wehren gegen den bösen Wolf. Ich, Fräulein Anna, ich wehre mich mit meiner Pistole; der Soldat wehrt sich mit einer Flinte.

Otto: Das ist recht, Louis. Ein Synonym für »Flinte« ist auch »Gewehr.« Das ist das Instrument, mit dem der Soldat sich wehrt. Das Wehren half (ich half, es half) dem Röslein nichts. Da sagte das Röslein: »Ach, laß mich stehen,« und das half auch nicht; und da sagte das Röslein: »O, weh!« »O, weh« und »Ach« ist dasselbe. Aber das Wehren mit Worten hilft nichts. Der Knabe brach das Röslein.

Anna: Das arme Röslein!

Bella: