Louis: Bitte, erzählen Sie! Ich höre Anekdoten so gerne.
Anna: Ich auch, Louis.
Bella: Haydn und Mozart waren eines Tages zusammen, und sie sprachen über Musik. Da sagte Mozart: »Herr Haydn, ich werde Ihnen Noten schreiben, die Sie nicht spielen können.« »So?« sagte Haydn und lachte. »Ja,« sagte Mozart, »und ich gebe eine Flasche Wein, wenn Sie alles spielen; können Sie aber nicht alles spielen, so geben Sie mir eine Flasche Wein.« »Gut,« sagte Haydn. Mozart schrieb nun einige Noten auf einen Streifen Papier. Haydn nahm (ich nehme, ich nahm, ich habe genommen) ihn, setzte sich an das Klavier und begann zu spielen. Die linke Hand mußte tiefe Baßnoten spielen, und die rechte Hand die hohen Noten im Diskant. Aber da war eine Note in der Mitte. »Oho,« rief Haydn, »ich habe keine drei Hände, diese Note in der Mitte kann ich nicht spielen.« »Aber ich kann es,« sagte Mozart, setzte sich an das Klavier, spielte oben mit der rechten, unten mit der linken Hand und die Note in der Mitte mit — der Nase. Haydn gab den Wein.
Louis: Diese Anekdote gefällt mir. Ich werde sie [meiner] Mutter erzählen. Bitte, Bella, eine andere.
Bella: Ich weiß keine mehr, Louis.
Louis: Das ist schade. Herr Meister, Sie wissen viele Anekdoten. Bitte, erzählen Sie eine.
Anna: Ach, ja, Herr Meister, ich bitte auch.
Herr Meister: Mit Vergnügen (= Freude). Ich werde eine Anekdote erzählen von dem größten unter allen Komponisten, von Beethoven.
Ludwig van Beethoven, der Komponist, hatte einen Bruder, Johann van Beethoven. Johann dachte viel mehr von sich selbst, als von seinem Bruder Ludwig. Der (= der Bruder) war ja nur ein Musiker, nichts mehr; er selbst aber (= Johann) war ein reicher Gutsbesitzer.