„Ich finde, es geht nicht anders, mein Kind,“ fuhr die Mutter fort. „Ein junges Mädchen kann nicht allein im Atelier wohnen.“
„Nein, gewiß, wohnen kann ich hier,“ entgegnete Jenny. —
Sie holte Helges Photographie hervor, als sie allein war. Dann setzte sie sich hin, um an ihn zu schreiben.
Erst ein paar Stunden war sie jetzt zu Hause. Aber alles, was sie dort unten erlebt hatte, schien ihr so grenzenlos fern und fremd. So ohne Zusammenhang mit ihrem Leben hier zu Hause — früher und jetzt.
Der Brief wurde zu einer einzigen sehnsüchtigen Klage.
II.
Jenny hatte ein Atelier gemietet. Sie ging umher und räumte ein. Nachmittags kam Kalfatrus, um ihr zu helfen.
„Du bist ein gefährliches Langbein geworden, Kalfatrus. Ich war nahe daran, Sie zu dir zu sagen, Bengel, als ich dich das erste Mal sah.“
Der Junge lachte.
Jenny erkundigte sich nach all seinem Tun und Lassen während ihrer Abwesenheit, und Nils erzählte. Er und Jakop und Bruseten — zwei neue Jungen, die im vergangenen Herbst in die Klasse gekommen waren — hatten eine Zeitlang oben in Nordmarken in den Holzhauerkojen als Wilde gelebt, und ihrer Abenteuer waren unzählige. Jenny fragte sich, während sie ihm zuhörte, ob wohl je wieder Zeit bliebe zu Nordmarksfahrten für sie und Kalfatrus. —