„O ja, ich glaube.“

Er schwieg wieder und blickte geradeaus.

„Ja, Fräulein Winge — ich habe viel an Sie gedacht. Ich glaubte ja, meines Sohnes Briefe so zu verstehen, daß Sie und er —“

„Ja, Helge und ich haben uns sehr gern,“ sagte Jenny. Sie stand aufrecht da und sah ihn an. Gram ergriff ihre Hand und hielt sie fest.

„Ich kenne meinen Sohn so wenig, Jenny Winge. Ich weiß im Grunde nichts Genaues von ihm — wie er ist. Aber wenn Sie ihn gern haben, so kennen Sie ihn wohl sicher besser als ich. Und daß sie ihn lieben, beweist mir, daß ich seiner froh sein darf und stolz auf ihn. Ich habe immer geglaubt, daß er ein guter Junge sei, auch recht begabt. Daß er Sie lieb hat, dessen bin ich sicher, jetzt, da ich Sie gesehen. Möge er Sie nur glücklich machen, Jenny.“

„Ich danke Ihnen,“ sagte Jenny und reichte ihm nochmals die Hand.

„Ja.“ Gram sah vor sich hin. „Sie können sich denken, daß ich über meinen Jungen froh bin. Mein einziger Sohn. Ich glaube auch, Helge hat mich im Grunde lieb.“

„Das hat er. Helge hat Sie sehr lieb. Sowohl Sie als seine Mutter.“ Gleich darauf errötete sie aber, als hätte sie etwas Taktloses gesagt.

„Ja, ich glaube wohl. Aber er sah natürlich früh ein, daß sein Vater und seine Mutter einander nicht liebten. Helge hat ein trauriges Heim gehabt, Jenny. Ich kann es ebensogut selbst sagen; haben Sie es noch nicht bemerkt, so werden Sie es bald selber sehen. Sie sind ja sicher ein kluges Mädchen. Aber eben deshalb glaube ich, Helge weiß, was es wert ist, wenn zwei sich lieb haben. Und er wird Sie und sich behüten —.“

Jenny schenkte Tee ein: