„Nun gut, dann gehen wir eben nach St. Agostino. Du weißt, wo es den roten Wein gibt, Gunnar.“ Jenny Winge schlug ohne weiteres diese Richtung ein; Helge folgte.
„Da ist keine Musik“, hatte Fräulein Jahrmann einzuwenden.
„Aber natürlich — der Scheeläugige und der andere sind dort fast jeden Abend. Laßt uns doch nur nicht hier stehen und Zeit verlieren.“
Helge folgte mit Fräulein Jahrmann und dem schwedischen Bildhauer.
„Sind Sie schon längere Zeit in Rom, Herr Gram?“
„Nein, ich kam heute Vormittag aus Florenz.“
Fräulein Jahrmann lachte leise, Helge wurde verlegen. Er überlegte im Gehen — sollte er nicht doch lieber sagen, daß er müde sei und dann umkehren? Während sie durch finstere enge Straßen ihren Weg fortsetzten, plauderte Fräulein Jahrmann ununterbrochen mit dem Bildhauer und antwortete kaum, wenn er den Versuch machte, mit ihr zu sprechen. Ehe er sich jedoch entschlossen hatte, sah er das andere Paar vorn durch eine schmale Tür verschwinden.
II.
„Was zum Teufel ist nun wieder in Cesca gefahren — ihre Launen kennen ja nachgerade keine Grenzen mehr; leg Deinen Mantel ab, Jenny, sonst erkältest Du Dich, wenn Du wieder hinauskommst.“ Heggen hängte Hut und Frühjahrsmantel an den Ständer und ließ sich in einen Korbsessel fallen.
„Das arme Ding, ihr geht es augenblicklich nicht gut — und außerdem lief uns dieser Gram ein Stück nach, ehe er es wagte, uns anzusprechen und nach dem Wege zu fragen; dergleichen bringt sie immer in Erregung, und dann, Du weißt ja, — ihr Herz.“