„Ja. Das glaube ich. Die Bilder, die bei euch zu Hause hängen, waren nicht so besonders. Er hat mir aber einige Studien gezeigt, die er im Büro aufbewahrt. Ich glaube nicht, daß dein Vater großes Talent hatte, aber es war ganz fein und eigentümlich. Nur von allen Seiten zu leicht zu beeinflussen. Aber das, glaube ich, hängt wieder mit seiner großen Fähigkeit zusammen, das Gute zu werten und zu lieben, das er bei anderen gesehen hat. Denn er hat so viel Verständnis für Kunst — und Liebe zu ihr —.“
„Armer Vater,“ sagte Helge.
„Ja —.“ Jenny liebkoste ihren Freund. „Dein Vater leidet vielleicht weit mehr als du und ich ahnen.“
Dann küßten sie sich und vergaßen, weiter von Gert Gram zu sprechen.
„Bei dir zu Hause wissen sie nichts?“ fragte Helge.
„Nein,“ erwiderte Jenny.
„Aber im Anfang, als ich all meine Briefe an deine Mutter adressierte, fragte sie nie, wer da so jeden Tag an dich schrieb?“
„Nein. Meine Mutter ist nicht so!“
„Meine Mutter,“ sagte Helge plötzlich heftig. „Mutter ist durchaus nicht so taktlos, wie du meinst. Du bist nicht gerade gerecht gegen meine arme Mutter — ich finde, um meinetwillen könntest du es unterlassen, so von ihr zu reden —.“
„Aber Helge!“ Jenny sah zu ihm auf. „Ich habe ja doch nicht ein Wort über deine Mutter gesagt!“