Gram lachte ebenfalls.
„Fräulein Winge schien mich nicht wiederzuerkennen. Es war zwar wenig schmeichelhaft für mich — ich wollte sie aber nicht daran erinnern. Hatten Sie wirklich keine Ahnung, als Sie mich trafen, daß ich der liebenswürdige alte Herr war, der Ihnen geholfen?“
„Ich war meiner Sache nicht sicher,“ sagte sie leise, von tiefer Röte übergossen. „Ich glaubte, Sie hätten mich nicht wiedererkannt.“ Sie versuchte zu lachen, fühlte jedoch mit peinigender Deutlichkeit, wie unsicher ihre Stimme war, wie ihre Wangen brannten.
„Nun, das war ja ein richtiges Abenteuer,“ lachte Frau Gram. „Tatsächlich ein drolliger Zufall.“
„O Gott, habe ich denn schon wieder etwas Verkehrtes gesagt?“ fragte Aagot. Sie saßen nach dem Abendessen beisammen im Wohnzimmer. Gram war in sein Zimmer hinübergegangen, die Hausfrau machte sich in der Küche zu schaffen. „In diesem Hause ist man gänzlich ahnungslos, bis die Bombe plötzlich explodiert — das ist doch wirklich schauderhaft. Aber erkläre mir doch, ich begreife ja nicht.“
„Herr des Himmels, Aagot, kümmere du dich um deine eigenen Angelegenheiten,“ sagte Helge heftig.
„Ja, ja, lieber Freund, beiß mich nur nicht! Ist Tante Bekka jetzt auf Fräulein Winge eifersüchtig?“
„Du bist doch wahrhaftig das taktloseste Wesen, das existiert.“
„Nächst deiner Mutter — ja danke, das hat mir Onkel Gert einmal gesagt.“ Sie lachte. „Aber das ist doch die größte Dummheit — eifersüchtig auf Fräulein Winge!“ Sie lugte neugierig zu den beiden anderen hinüber.
„Ich möchte dich bitten, dich nicht in Dinge zu mischen, die nur uns hier im Hause etwas angehen, Aagot,“ schnitt Helge alles weitere ab.