„Unannehmlichkeiten bringt es auch so,“ sagte sie mit scharfem Spott.
„Aber anders wird es viel schlimmer. Herrgott, kannst du denn nicht versuchen, dich um meinetwillen zu überwinden? Du brauchst doch nicht in all diesem Elend umherzugehen — darin zu leben und zu arbeiten.“
Er hat Recht, dachte sie und machte sich bittere Vorwürfe, daß sie nicht geduldiger war. Ja, ihr armer Junge, er mußte in diesem Heim leben und arbeiten, wo sie es kaum zwei Stunden aushalten konnte. Dort war er aufgewachsen und dort hatte er sich durch seine ganze Jugend gekämpft.
„Helge. Ich bin schlecht und egoistisch.“ Sie klammerte sich an ihn — matt und gequält und gedemütigt. Sie sehnte sich nach seinen Küssen, nach seinem Trost. Es ging sie beide ja doch gar nichts an; sie hatten ja sich, sie gehörten zusammen, irgendwo weit außerhalb dieser Luft voller Haß, Mißtrauen und Schlechtigkeit.
Der Jasmin in den alten Gärten duftete zu ihnen herüber.
„Wir fahren einmal zusammen über Land, wir beide ganz allein, Jenny,“ tröstete er.
„Aber daß ihr auch so hirnverbrannt sein konntet,“ sagte er plötzlich. „Nein, ich kann das nicht fassen! Ihr mußtet euch doch denken, daß Mutter es erfahren würde.“
„Sie glaubt natürlich die Geschichte nicht, die dein Vater erzählte,“ sagte Jenny zaghaft.
Helge blies durch die Nase.
„Ich wünschte, er sagte ihr, wie das Ganze zusammenhängt,“ seufzte sie.