Sie erkannte seinen Vater. „Es ist nicht Helge,“ entgegnete er.
Jenny streckte ihm atemlos beide Hände entgegen:
„Gert — was ist — ist etwas Schlimmes geschehen?“
„Still, still, Jenny.“ Er ergriff ihre Hand. „Helge ist fortgereist nach Kongsberg zu einem Freund, einem Schulkameraden, der dort Arzt ist. Zu Besuch. Herrgott, Kind, du fürchtest doch nichts anderes —.“ Er lächelte ganz leise.
„Oh, ich weiß nicht —.“
„Nein. Aber liebe Jenny — du bist ja ganz außer dir —.“
Sie ging ihm vorauf durch den Gang und schloß das Atelier auf. Drinnen war es taghell und Gert Gram betrachtete sie. Er war selbst bleich.
„Ist dir so weh ums Herz, Jenny? — Helge sagte — ich verstand ihn jedenfalls so — daß ihr übereingekommen seid ... ihr fändet beide, daß ihr nicht zueinander paßt —.“
Jenny schwieg. Wie sie jetzt einen Dritten es aussprechen hörte, war es ihr, als müsse sie widersprechen. Sie hatte es vorhin nicht begriffen, daß es vorbei sein sollte. Aber da stand er und sagte: sie seien sich klar geworden, daß es so das Beste wäre. Helge war fortgereist, und die Liebe, die sie einmal für ihn empfunden, war gestorben — sie konnte sie nicht mehr in sich finden — und daher war es eben vorbei. Aber Gott im Himmel, wie war es denn möglich, daß es zu Ende sein sollte, zumal sie es ja gar nicht gewollt —.
„Ist es so schwer für dich, Jenny?“ fragte er wieder. „Hast du ihn doch noch lieb —?“