Nach einer Weile fragte sie:
„Hört ihr etwas von Helge? Wie geht es ihm?“
„Er schreibt nicht viel. Augenblicklich arbeitet er an seiner Doktorabhandlung, du weißt, zu der er die Vorarbeiten in Rom machte. Und er sagt, es ginge ihm gut.“
Jenny nickte.
„An seine Mutter schreibt er gar nicht. Und das kränkt sie natürlich bitter. Das Zusammenleben mit ihr ist nicht gerade angenehmer geworden. Ja, die Arme — es geht ihr übrigens sicher recht schlecht augenblicklich.“
Jenny trug die Blumen zu ihrem Schreibtisch hinüber und begann sie zu ordnen.
„Ich freue mich jedenfalls, daß Helge wieder arbeitet. Gott weiß, er hatte keine Ruhe dazu diesen Sommer.“
„Dir ging es doch genau so, du Aermste.“
„Ja, allerdings. Aber das Schlimmste ist, Gert, daß ich noch immer nicht wieder angefangen habe — noch nicht. Und ich bin auch durchaus nicht aufgelegt. Ich hatte ja doch die Absicht, diesen Winter radieren zu lernen, aber —.“
„Es ist selbstverständlich, Jenny, daß eine solche Enttäuschung Zeit braucht, ehe sie überwunden ist. Glaubst du nun nicht, daß deine Ausstellung dir neue Arbeitslust geben wird, da sie doch so geglückt ist und freundliche Aufnahme gefunden hat? Du hast ja bereits ein Angebot auf dein Aventinerbild bekommen — willst du es annehmen?“