Vielleicht war gerade der Kaffee schuld — und die Zigaretten. Obgleich sie jetzt weniger rauchte als früher.

Jedenfalls hatte sie Herzklopfen und ein widerliches Hitzegefühl durchrann sie in großen Wogen, so daß sie in Schweiß gebadet war. Das Bild dort draußen drehte sich langsam vor ihren Augen — vorwärts und zurück — die graugefärbte Ebene, das blaßleuchtende Blumenbeet und die dunklen Baumkronen des Gartens an dem weißlichen Sommernachtshimmel. Das Zimmer lief rund um sie her.

Sie wankte, als sie die Waschschüssel mit Wasser füllte. Unsicher in den Bewegungen war sie auch. Das ist doch aber ein Skandal. Es geht bereits bergab mit dir, mein Kind. Nun verträgst du keinen Alkohol mehr. Früher hatte sie das Doppelte trinken können, ohne etwas zu verspüren.

Erst hielt sie die Hände mit dem Puls unter Wasser. Dann badete sie lange ihr Gesicht. Riß sich die Kleider vom Körper und ließ das Wasser von dem nassen Schwamm über den ganzen Leib rieseln.

Gott weiß, ob Gunnar und Cesca etwas gemerkt hatten. Sie selbst hatte zwar erst jetzt, als sie heraufkam, etwas verspürt. Wie gut, daß der Oberstleutnant und Borghild nicht zu Hause waren.

Es wurde besser, als sie sich eine Weile gewaschen hatte. Sie zog ihr Nachthemd über und setzte sich wieder ans Fenster.

Die Gedanken schwirrten ziellos zwischen Fragmenten der Gespräche des Tages mit Gunnar und Cesca umher. Mitten drin stand ihre Verwunderung hellwach still — vor der Erkenntnis, daß sie sich betrunken hatte! Es war ihr noch nie zuvor begegnet — sie kannte das Gefühl kaum, auch wenn sie einmal viel trank.

Jetzt war es übrigens sicher vorbei, sie fühlte sich matt und schläfrig und kalt. Sie stand auf und taumelte in das große Himmelbett. Wenn sie nun erst am späten Vormittag erwachte — jedenfalls würde es eine neue Erfahrung sein.

Soeben hatte sie sich in den Kissen zurechtgelegt und die Augen geschlossen, als die widerwärtige üble Hitze sie wieder überflutete, so daß der Schweiß aus allen Poren brach. Das Bett wankte wie ein Schiff im Wellengang, so daß sie seekrank wurde. Sie lag eine Weile still da und versuchte, Herr über diese widerliche Empfindung zu werden — ich will nicht, ich will nicht. Aber es nutzte nichts — der Mund lief voller Wasser. Es war gerade noch Zeit genug, zum Zimmer zu gelangen, ehe sie sich erbrach.

Aber du großer Gott, war sie wirklich so betrunken? Jetzt wurde es geradezu unangenehm. Aber nun war es wohl vorüber. Sie brachte alles wieder in Ordnung, trank einen Schluck Wasser und legte sich nieder. Jetzt konnte sie vielleicht schlafen.