Aber es war ja undenkbar. Es war ja sinnlos, darüber nachzugrübeln. Aber wenn es doch Wahrheit wurde?
Jenny schlummerte endlich ein. Draußen war es schon ganz hell. Sie schlief traumlos und tief. Als sie aber auffuhr, hellwach, war es nicht viel lichter. Der Himmel war drüben über den Baumkronen des Gartens ein wenig gelblicher und die Vögel zwitscherten schläfrig.
Die gleichen Gedanken stellten sich im selben Augenblick wieder ein. Jenny wußte, daß sie diese Nacht kaum mehr schlafen würde. Resigniert gab sie nach und dachte alles von neuem durch.
III.
Heggen reiste ab und Oberstleutnant Jahrmann kehrte mit seiner ältesten Tochter zurück. Diese fuhren dann wieder weiter zu einer verheirateten Schwester Franziskas.
Cesca und Jenny waren nun wieder allein auf Tegneby. Sie gingen jede für sich umher, in ihre Gedanken eingesponnen.
Jenny wußte jetzt bestimmt, daß sie schwanger war. Was es aber in Wirklichkeit bedeutete, hatte sie sich noch nicht klargemacht. Versuchte sie, ein wenig in die Zukunft zu denken, so streikte ihre Phantasie. Eigentlich war ihr jetzt ungleich wohler zumute, als in den verzweifelten Wochen, als sie unablässig darauf wartete, daß es sich als Irrtum erweisen sollte.
Sie tröstete sich damit, daß sich wohl ein Ausweg für sie, wie für die vielen anderen, finden würde. Von ihrer Reise ins Ausland hatte sie ja schon seit dem Herbst gesprochen. Wie an eine schwache Möglichkeit dachte sie an Paris — dorthin zu fahren und zu einer age-femmes zu gehen. Aber sie mochte es sich nicht genauer überlegen.
Ob sie überhaupt Gert gegenüber erwähnen wollte, wie es mit ihr stand, wußte sie nicht. Sie hatte die Absicht, es nicht zu tun.
Wenn sie nicht mit sich selbst beschäftigt war, so dachte sie an Cesca. Mit ihr war auch etwas nicht so, wie es sollte. Trotzdem war sie sicher, daß Cesca Ahlin sehr gern hatte. War er es, der sich nichts mehr aus ihr machte?