„Sind Sie schon länger in Rom, Kandidat Gram?“ fragte er.

Helge versuchte humorvoll zu sein:

„Ich pflege zu sagen, daß ich heute Vormittag mit dem Zuge aus Florenz kam.“

Jenny lachte höflich — Franziska jedoch lächelte ersterbend.

Im gleichen Augenblick trat ein barhäuptiges, dunkelhaariges Mädchen mit einem frechen, fetten bleichen Gesicht zur Türe herein. In der Hand trug sie eine Mandoline. Hinter ihr her trippelte ein kleiner, verwitterter Bursche von schäbiger Eleganz mit einer Guitarre.

Jenny plauderte — wie zu einem Kinde.

„Sieh nur, Cesca, das ist Emilia — jetzt bekommen wir Musik.“

„Das bringt Leben herein,“ sagte Helge. „Ziehen diese Volkssänger hier in Rom wirklich immer noch von Osteria zu Osteria?“

Die Volkssänger begannen mit einem modernen Gassenhauer. Das Mädchen hatte eine seltsam hohe, klare, metallische Stimme.

„O pfui, nicht doch!“ Franziska erwachte: „Das wollen wir doch nicht hören — wir wollen natürlich etwas Italienisches haben — ‚la luna con palido canto‘ — nicht wahr?“