„Nein, das tust du nicht.“ Sie sah auf. „Ich bin froh, daß du kamst.“

„Ich verstehe ja, daß es schwer sein muß.“ Seine Stimme klang jetzt ganz anders. „Ja, Jenny, ich verstehe es. Aber es ist mein Ernst, ich glaube, du machst es dir noch schwerer, wenn du hier umherläufst — in diesem Zustand. Ich finde, du solltest an einen anderen Ort reisen, der weniger — trostlos ist!“ Er blickte hinaus über die dunklen Wiesenstrecken und die Pappelreihen, die sich im Nebel verloren.

„Frau Schlessinger ist aber so freundlich,“ sagte Jenny ausweichend.

„Ja, Armes, das stimmt schon.“ Er begann zu lachen. „Sie verdächtigt sicher mich, der Missetäter zu sein!“

„Ja,“ sagte Jenny, ebenfalls lachend.

„Nun ja, Teufel auch.“ Sie gingen schweigend weiter. „Du — hast du dir schon überlegt, wie du dir dein Leben einrichten willst in Zukunft?“

„Ich weiß noch nicht recht. Du meinst wohl mit — dem Kinde? Ich lasse es vielleicht — bis auf weiteres — bei Frau Schlessinger. Sie wird es sicher ordentlich pflegen. Oder es adoptieren.“ Sie lachte. „Man adoptiert ja mitunter solche Kinder. Du weißt, ich könnte mich Frau Winge nennen und darauf pfeifen, was die Leute denken —.“

„Du bist also fest entschlossen, wie du schriebst, jegliche Verbindung mit — dem betreffenden Vater des Kindes abzubrechen?“

„Ja,“ sagte sie hart. „Es ist nicht der, mit dem ich — verlobt war,“ fügte sie nach einer Weile hinzu.

„Na, Gott sei Dank!“ Es klang so herzlich, daß sie unwillkürlich lächelte „Ja, weißt du was, Jenny, er war es wahrhaftig nicht wert, reproduziert zu werden, für dich jedenfalls. Er hat übrigens seinen Doktor gemacht, sah ich kürzlich. Nun ja, es hätte also schlimmer sein können — ich fürchtete ja, siehst du —.“