Ohne es verabredet zu haben, gingen sie an dem Restaurant vorüber, wo sie sonst zu essen pflegten und immer viele Skandinavier trafen. Sie schritten immer weiter durch die Dämmerung, nach der Tiber und über die Brücke bis in die alten Borgo-Viertel. In einem Winkel am Petersplatz lag ein kleines Restaurant, wo sie mitunter gegessen hatten, wenn sie vom Vatikan kamen. Hier traten sie ein.

Sie aßen, ohne mit einander zu sprechen. Jenny zündete sich eine Zigarette an, als sie fertig war, nippte an ihrem Rotwein und rieb die duftenden Mandarinenschalen zwischen ihren Fingern.

Heggen rauchte ebenfalls und starrte vor sich hin. Sie befanden sich fast allein im Lokal.

„Hast du Lust, den Brief zu lesen, den ich kürzlich von Cesca bekam?“ fragte Jenny plötzlich.

„Danke. Ich sah es, daß ein Brief für dich gekommen war. Ist er aus Stockholm?“

„Ja. Sie sind jetzt dort, werden auch den Winter über da wohnen bleiben.“

Jenny holte den Brief aus ihrer Handtasche hervor und reichte ihn Gunnar.

Cescas Brief lautete:

„Meine liebe, süße Jenny!

Du darfst mir nicht böse sein, daß ich Dir noch nicht für Deinen letzten Brief gedankt habe. Ich hatte jeden Tag die Absicht, es zu tun, aber es wurde nichts daraus. Ich freue mich so sehr, daß Du wieder in Rom bist und daß Du malst, besonders auch, daß Du mit Gunnar zusammen bist.