„Ich bin froh,“ sagte sie leise. „Ich freue mich über jeden Menschen, den ich glücklich weiß. Diese Freude ist mir geblieben aus alter Zeit — wenn es auch das Einzige ist.“
Sie gingen nicht nach der Stadt zurück, sondern schlenderten über den Petersplatz, der Kirche zu.
Im Mondschein fielen die Schatten kohlschwarz über den Platz. Gleißendes Licht und nächtliche Finsternis lösten sich gespenstisch in dem einen der gewölbten Säulengänge ab. Der andere lag ganz im Dunkeln; nur die Konturen der Statuenreihe auf dem Dache waren von flimmerndem Licht umspielt. Auch die Fassade der Kirche lag im Schatten, während die Kuppel hoch oben hier und da wie silbriges Wasser schimmerte.
Die beiden Fontänen jagten ihre weißen Strahlen funkelnd und schäumend zum mondblauen Himmel auf. Wirbelnd schoß das Wasser in die Höhe, plätscherte gegen die Porphyrschalen, um in die Becken zurückzurieseln und abzutropfen.
Gunnar und Jenny gingen langsam zur Kirche hinüber, im Schatten des Säulenganges.
„Jenny“, sagte er plötzlich. Seine Stimme klang ganz ruhig und alltäglich. „Willst du mich heiraten?“
„Nein,“ sagte sie ebenso ruhig und lachte ein wenig.
„Es ist mein Ernst.“
„Ja, aber du wirst wohl begreifen, daß ich das nicht will.“
„Warum eigentlich nicht?“ Sie gingen weiter, der Kirche zu. „Wie ich verstanden habe, bist du augenblicklich selbst der Ansicht, dein Leben sei nicht lebenswert. Mitunter hast du die Absicht, dich ums Leben zu bringen, wie ich gemerkt habe. Wenn du dich aber in einem solchen Aufruhr befindest, weshalb kannst du dich denn nicht ebenso gut mit mir verheiraten? Du kannst es doch auf jeden Fall versuchen, meine ich!“