„Ja, sehr müde, Helge.“ Sie lag mit halbgeschlossenen Augen da und blickte in das fahle Morgenlicht, das Helge durch die Laden hereingelassen hatte.
Dann küßte er sie. Er hatte den Mantel angezogen und hielt den Hut in der Hand. Noch einmal ließ er sich auf den Knien vor dem Bette nieder und schob den Arm unter ihre Schultern:
„Ich danke dir für diese Nacht, Jenny —. Besinnst du dich darauf, daß ich dasselbe an jenem ersten Morgen in Rom sagte, draußen auf Aventin? Erinnerst du dich dessen?“
Jenny nickte, in die Kissen vergraben.
„Schlaf wohl. Gib mir noch einen Kuß — so, Gute Nacht meine herrliche Jenny!“ —
In der Tür hielt er inne:
„Gibt es einen Schlüssel zu der Tür? Oder ist es eine von den altmodischen mit einer Klinke innen?“
„Ja, es ist die gewöhnliche Art,“ sagte sie, „du öffnest ohne weiteres von innen —.“
Sie blieb mit geschlossenen Augen liegen. Aber sie sah ihren eigenen Körper, wie er unter der Decke lag, weiß, nackt, schön, ein Ding, das sie von sich geschleudert hatte, wie sie den beschmutzten Handschuh heut Nachmittag fortgeworfen. Er gehörte ihr nicht mehr.
Plötzlich durchfuhr sie ein Ruck. Sie hörte Heggen die Treppe heraufkommen, langsam, hörte ihn die Türe zu seinem Zimmer öffnen. Er ging eine Weile dort drinnen auf und ab, dann wieder hinaus, zum Dach hinauf. Jetzt hörte sie seine eiligen Schritte über ihrem Kopfe — auf und ab.