Ihre Türe stand offen. Helge blickte hinein — auf das leere Bett, die blutigen Laken und das Blut auf dem Fußboden. Er wandte sich um und sah sie zusammengekrümmt auf der obersten Stufe liegen, sah das Blut auf der weißen Marmortreppe.
Er schrie auf und sprang hinzu — riß sie hoch, hielt sie in seinen Armen. Er spürte ihre erschlafften Brüste an seiner Hand und einen kleinen lauen Rest von Lebenswärme, am Rande des Leibchens verborgen. Doch Arme und Hände fielen kalt herab. Und er begriff, schaudernd, greifbar, daß dieser Körper, den er vor wenigen Stunden in seinen Armen gehalten hatte, heiß und bebend vor Leben, jetzt ein Leichnam war, der bald zerfallen sein würde —.
Er sank nieder mit ihr und schrie wild auf —.
Heggen riß die Tür zur Terrasse auf. Sein Antlitz war weiß und vergrämt. Da sah er Jenny —.
Er ergriff Helge und schleuderte ihn zur Seite — ließ sich vor ihr auf die Knie nieder.
„Sie lag hier — als ich zurückkam, lag sie hier —.“
„Laufen Sie nach einem Arzt! — Schnell —!“ Gunnar hatte ihr Hemd aufgerissen — inwendig gefühlt — um ihren Kopf gefaßt — die Arme hochgehoben, da erblickte er die Wunde. Jetzt riß er das hellblaue Seidenband von ihrem Leibchen und band es fest über ihrem Handgelenk zusammen.
„Ja, ja, wo wohnt —“
Rasend schrie Gunnar auf. Dann sagte er halblaut:
„Ich werde gehen. Tragen Sie sie hinein —,“ aber er schlang selbst die Arme um sie und ging auf ihre Türe zu. Als er das blutige Bett sah, verzog er plötzlich das Gesicht. Dann wandte er sich um und stieß die Tür zu seinem Zimmer auf. Er legte sie auf sein eigenes unberührtes Bett nieder. Dann sprang er auf.