Sie lag dort drunten in der Finsternis. Eine Locke ihres blonden Haares hatte er abgeschnitten und trug sie in seinem Taschenbuch bei sich. Er nahm sie wohl hervor und ließ sie in der Sonne funkeln — die kleinen armseligen Fünkchen waren alles, was die Sonne jetzt zünden konnte von all ihrem schweren, schimmernden Haar.
Sie war tot und fort. Einige Bilder hatte sie hinterlassen, und ein Abschnitt über sie stand in den Zeitungen. Eine Mutter und einige Schwestern blieben zurück, die über ihre Jenny trauerten — die wahre hatten sie nie gekannt, sie wußten nichts über ihr Leben und ihren Tod. Da waren die anderen — die starrten verzweifelt nach der Jenny, die sie gekannt —. Sie wußten einiges, verstanden aber nichts.
Es war nur seine Jenny, sie, die hier lag.
Helge Gram war zu ihm gekommen. Er hatte gefragt und hatte erzählt, er hatte gejammert und gebettelt:
„Ich verstehe ja nichts. Weißt du es — oh, erkläre es mir, Heggen. Du weißt es. Kannst du mir nicht sagen, was du weißt!“
Er hatte nicht geantwortet.
„Da war ein anderer. Sie selbst sagte es. Wer war es? Warst du es?“
„Nein.“
„Weißt du, wer es war?“
„Ja, aber ich will es nicht sagen. Es nützt nichts, daß du fragst, Gram.“