„Ja. Ich könnte jetzt gut für dich sitzen. Ich habe nicht die Ruhe in mir, am Tage etwas zu tun. Ach du, Jenny —.“ Sie seufzte leise und setzte sich auf die Bettkante. „Nein, ich muß jetzt nach dem Ofen sehen.“
Sie kam zurück mit einem steinernen Krug voll Glut und hockte sich vor dem kleinen Ofen nieder.
„Bleib nur liegen, Jenny, bis es hier warm geworden ist. Ich werde schon das Bett machen, auch den Tisch decken und den Tee kochen. — Ah, du hast deine Studie mit heimgebracht — laß mich sehen!“
Sie stellte das Studienbrett gegen einen Stuhl und beleuchtete das Bild:
„Aber, nein!“
„Es ist nicht übel, findest du nicht? — Ich will noch einige Skizzen dort draußen machen — ich plane ein großes Bild; ist das Motiv nicht gut — mit all den Arbeitsleuten und Maultierkarren dort unten im Ausgrabungsfeld?“
„Ja, weißt du, — daraus müßtest du doch etwas machen können. Ich freue mich darauf, Gunnar und Ahlin dies hier zu zeigen: Aber du bist aufgestanden? Jenny, laß mich dein Haar kämmen! Gott, was hast du doch für Haar, Mädel. Darf ich nicht einmal versuchen, es auf moderne Art zu frisieren, so mit Locken? Bitte!“
Franziska ließ das lange blonde Haar durch ihre Finger gleiten. „Sitz’ ruhig. Ein Brief ist heut Morgen für dich gekommen — ich nahm ihn mit herauf; fandest du ihn? Er war von deinem kleinen Bruder, nicht wahr?“
„Ja,“ sagte Jenny und lachte.
„War der Brief fröhlich — hast du dich gefreut?“