„Ich will gar nicht von deinem Ruf sprechen. Der leidet durch diese ewigen Geschichten!“

„Reden wir nicht über meinen Ruf, das lohnt nicht. Aber du hast bitter wahr gesprochen. Meinen Ruf daheim in Kristiania — den habe ich ein für allemal gründlich zunichtegemacht.“ Sie lachte hysterisch. „Was schert es mich aber! Ich lache darüber.“

„Cesca, Geliebte. Ich begreife nicht — du machst dir ja aus keinem dieser Landsleute etwas. Warum also. Und das mit Ahlin. Kannst du denn nicht begreifen — daß es ihm Ernst ist? Auch Norman Douglas war es Ernst. Du weißt nicht, was du tust. Ich glaube, Gott helfe mir, du hast keinen Instinkt, Kind.“

Franziska legte Kamm und Bürste beiseite und betrachtete Jennys frisierten Kopf im Spiegel. Sie suchte ihr herausforderndes kleines Lächeln festzuhalten. Es welkte jedoch dahin — ihre Augen füllten sich mit Tränen.

„Auch ich bekam heute morgen einen Brief.“ Ihre Stimme zitterte. Jenny erhob sich. „Aus Berlin — von Borghild. — Willst du dich nicht erst fertigmachen, Jenny? Soll ich jetzt das Teewasser aufsetzen oder erst die Artischocken kochen? Sie kommen wohl bald?“

Sie huschte hin und her, und begann, das Bett in Ordnung zu bringen.

„Wir könnten ja auch Marietta rufen — aber wir machen es lieber selbst, nicht wahr Jenny?“

„Also — sie schreibt, Hans Hermann hat sich verheiratet. Vorige Woche. Es ist sicher schon sehr weit.“

Jenny legte die Streichholzschachtel beiseite, während sie ängstlich zu Franziskas weißem Gesicht hinübersah. Darauf schritt sie behutsam auf sie zu.

„Ja, es ist also die, mit der er verlobt war, weißt du. Diese Sängerin — Berit Eck.“ Franziska sprach mit leiser erloschener Stimme. Einen Augenblick beugte sie sich zur Freundin hinüber. Dann begann sie wieder, mit ihren zitternden Händen das Laken wegzustopfen.