„Ich weiß es nicht. Sie saß hier drinnen und weinte. Die Schwester schrieb es ihr.“

„Wenn ich dem Lump jemals begegne,“ sagte Heggen, „so werde ich wohl immer einen Vorwand finden, um ihm eine gehörige Tracht Prügel zu verabreichen.“

V.

Helge Gram saß eines Nachmittags im Verein und brütete über den norwegischen Zeitungen. Allein in dem dämmerigen Lesezimmer. Da kam Franziska.

Helge erhob sich und grüßte. Sie ging geradeswegs auf ihn zu und reichte ihm lächelnd die Hand:

„Nun, mein Lieber, was treiben Sie? Jenny und ich sprachen gerade von Ihnen — wir begriffen nicht, daß man Sie nicht sieht. Wir wollten am Sonnabend hierher gehen und nach Ihnen schauen und Sie hinterher auf einen kleinen Bummel mitnehmen. Haben Sie schon ein Zimmer?“

„Leider nein. Ich wohne noch im Hotel. Die Zimmer sind alle so teuer —.“

„Im Hotel wird es auch nicht billiger! Sie geben doch mindestens drei Franken pro Tag? Ja, das konnte ich mir denken. Rom ist nicht billig, wissen Sie. Im Winter muß man ein sonniges Zimmer haben. Aber freilich, Sie sprechen ja nicht Italienisch. Wären Sie doch nur zu uns heraufgekommen — Jenny und ich wären gern mit Ihnen gegangen, um etwas anzusehen.“

„Vielen Dank — aber damit konnte ich Sie doch wirklich nicht behelligen!“

„Behelligen — aber Gram. Doch wie geht es Ihnen — haben Sie Bekannte getroffen?“