„Nein. Ich war vergangenen Sonnabend oben im Verein, sprach aber mit niemandem. Ich saß und guckte in die Zeitungen. Ja doch, mit Heggen wechselte ich vorgestern in einem Café auf dem Corso ein paar Worte. Dann habe ich zwei deutsche Doktoren wiedergetroffen, die ich von Florenz her ein wenig kannte. Wir waren an einem dieser Tage draußen auf der Via Appia.“
„Uh. Hören Sie, sind deutsche Doktoren amüsant?“
Helge lächelte etwas verlegen.
„Wir haben ziemlich viel gemeinsame Interessen. Und wenn man so umhergeht und sonst niemanden hat, mit dem man reden kann —.“
„Ja, aber Sie müssen sich daran gewöhnen, Italienisch zu sprechen. Sie haben es ja gelernt. Wollen wir einen Spaziergang zusammen machen? Wir sprechen dann die ganze Zeit nur Italienisch miteinander. Ich werde Ihre maestra sein. Furchtbar streng!“
„Sie werden mich aber nicht besonders amüsant finden, Fräulein Jahrmann — höchstens unfreiwillig.“
„Still. — Nein, wissen Sie was, vorgestern reisten zwei dänische alte Damen nach Capri, vielleicht ist ihr Zimmer noch frei — ach sicherlich. Klein, billig und sehr nett. Ich habe den Namen der Straße nicht behalten, aber ich weiß, wo es ist. Soll ich Sie hinbegleiten, dann sehen wir es uns an? Kommen Sie also!“
Unten auf der Treppe zögerte sie einen Augenblick und blickte mit einem leisen, zaghaften Lächeln zu ihm auf:
„Ich war furchtbar ungezogen gegen Sie neulich Abend, als wir zusammen waren, Gram. Ich muß Sie wohl um Verzeihung bitten.“
„Aber liebes Fräulein Jahrmann!“