„Sonne ist hier den ganzen Vormittag. Wenn das eine Bett herauskommt, so ist hier reichlich Platz. Der Ofen sieht ordentlich aus. Es kostet vierzig Lire ohne Licht und Heizung und zwei für servizio. Das ist billig. Soll ich ihr sagen, daß Sie es annehmen? Sie können morgen einziehen, wenn Sie wollen!“ —

„Nichts zu danken. Sie können sich doch vorstellen, daß es mir Freude macht, Ihnen ein wenig zu helfen,“ sagte sie draußen auf der Treppe. „Wenn es Ihnen nur gefällt. Signora Papi ist sehr sauber, das weiß ich.“

„Gewiß eine seltene Tugend hierzulande?“

„Oh nein. Sie sind nicht anders als die Vermieterinnen daheim in Kristiania, glaube ich. Dort, wo meine Schwester und ich wohnten, in der Holbergstraße — ich hatte ein paar neue Lackschuhe unter das Bett gestellt — getraute mich aber nicht, sie wieder hervorzuholen. Manchmal guckte ich nach ihnen — sie standen da und sahen aus wie zwei weiße zottige Lämmchen.“

„Ja,“ sagte Helge. „Ich habe ja immer zuhause gewohnt.“

Franziska lachte plötzlich laut auf:

„Denken Sie, die Signora glaubte, ich sei Ihre moglie — daß wir beide dort wohnen sollten. Ich sagte, ich sei Ihre Kusine; sie kaute übrigens ein bißchen drauf herum. Cugina — das gilt sicher gleich wenig überall auf der Welt!“

Sie lachten beide einen Augenblick darüber.

„Haben Sie Lust zu einem Spaziergang?“ fragte Franziska plötzlich. „Wollen wir auf die Ponte Molle hinausgehen? Sind Sie schon dort gewesen? Können Sie auch noch so weit laufen? Wir fahren mit der Straßenbahn nach Hause, wissen Sie.“

„Können Sie auch noch — Sie sind doch nicht wohl?“