„Wie finden Sie ihn?“
„Er ist ein netter Mensch. Ungeheuer begabt — er schenkte mir seine letzten, nach meiner Meinung äußerst originellen Kompositionen. Ja. Ich mag ihn recht gut leiden.“
„Haben Sie die Kompositionen mit? Darf ich sie nicht einmal sehen? Ich würde gern in den Verein gehen und sie durchspielen. Wir waren in früheren Zeiten befreundet,“ sagte Franziska.
„Richtig! Jetzt entsinne ich mich. Er besitzt Ihre Photographie! Er wollte mir nicht erzählen, wer es war.“
„Ja, das stimmt,“ sagte Franziska leise. „Er bekam wohl einmal ein Bild von mir, glaube ich.“
„Im übrigen —“ Hjerrild leerte sein Glas — „ist er ein wenig zu brutal, kann unglaublich rücksichtslos sein. Aber — vielleicht ist es eben das, was ihn bei den Frauen unwiderstehlich macht. Mir persönlich war er mitunter etwas zu sehr — Prolet.“
„Eben das ist es.“ Sie suchte nach Worten. „Das bewunderte ich gerade so an ihm. Daß er sich von unten herauf durchgekämpft hatte zu dem, was er jetzt ist. So ein Kampf muß brutal machen, finde ich. Ja — meinen Sie nicht, es entschuldigt sehr viel — fast alles?“
„Halt, Cesca,“ sagte Heggen plötzlich: „Hans Herrmann wurde entdeckt, als er dreizehn Jahre alt war — und seitdem hat man ihm geholfen.“
„Ja — aber fremde Hilfe annehmen — und für alles danken müssen! Immer fürchten müssen, nicht genug beachtet, übersehen, daran erinnert zu werden, daß er — nun wie Hjerrild sagte, ein Proletarierkind war.“
„Ich kann auch darauf pochen, daß ich ein Proletarierkind bin.“