„Bist du dessen so sicher, daß du Sozialdemokrat gewesen wärst?“ sagte Franziska — „wenn du — nun als Graf zum Beispiel geboren wärest?“

„Heggen ist ein Graf,“ lachte Hjerrild, „über viele luftige Schlösser.“

Heggen warf den Kopf nach hinten und schwieg einen Augenblick.

„Ich habe jedenfalls niemals das Gefühl gekannt, arm geboren zu sein,“ sagte er, mehr für sich.

„Nun ja,“ ließ sich Hjerrild vernehmen. „Um auf Herrmanns Kinderliebe zurückzukommen — um seinen eigenen kleinen Jungen kümmert er sich nicht viel. Und die Art und Weise, wie er sich gegen sie benahm, war auch recht häßlich. Erst drohte und bettelte er, daß sie sein wurde und als sie dann ein Kind bekommen sollte, mußte sie sicher drohen und betteln, daß er sie heiratete.“

„Haben sie einen kleinen Jungen?“ flüsterte Franziska.

„Ja ja. Der kam, als sie sechs Wochen miteinander verheiratet waren — gerade in den Tagen, als ich Berlin verließ. Herrmann war nach Dresden gereist und hatte sie im Stich gelassen, nachdem sie einen Monat zusammen gehaust hatten. Ich begreife nicht, warum er sie nicht etwas früher heiraten konnte. Es war ja abgemacht, daß sie wieder geschieden werden sollten und sogar ihr eigener Wille.“

„Pfui!“ sagte Jenny. Sie hatte dem Gespräch eine ganze Zeit gelauscht. „Daß man hingeht und sich verheiratet mit dem Vorsatz, sich hinterher wieder scheiden zu lassen!“

„Herrgott.“ Hjerrild lachte ein wenig. „Wenn man einander außen und innen kennt, und weiß, daß man nicht miteinander fertig wird.“

„Dann muß man das Heiraten lassen.“