»Wenn Tilly Smith zum Beispiel nach County-Line wollte, um ihre Eltern und ihre kleine Schwester zu sehen, würde der Unsinn nicht gesagt werden.«

Walter Bird lachte verächtlich. »Tilly Smith!« rief er. »Wer die anschaut, braucht gleich einen neuen Spiegel!«

»Ist das ein Grund, daß man ihr nicht hilft und sich nicht um sie kümmert?« fragte Melissa.

»Ach was, Tilly Smith kann sehr gut für sich selbst sorgen.«

»Ich auch!« rief Melissa und machte ein resolutes Gesicht.

»Ihr Beide wart sehr gut und lieb, daß ihr mir entgegengekommen seid, aber was ich tu und lasse, hat mir keiner von euch vorzuschreiben. Ich weiß es selbst. Jetzt bitte vorwärts, zu Parkers! Man friert ja an!«

»Schön,« antwortete Jimmy, »wenn du durchaus nicht auf die Kutsche warten willst, bring' ich dich hin, Lissy. Mein alter Grauer wird durch die Schneewehen durchkommen, Parkers Gäule bleiben stecken.«

»Und ich sage dir, daß ich allein fahre!« widersprach Melissa, der die Geschichte langsam auf die Nerven ging. Dann merkte sie selbst, wie unhöflich sie war.

»Verzeih, Jimmy, ich wollte nicht so grob werden. Natürlich ist es lieb von dir, daß du so weit mit mir fahren willst, und es wäre ja nett, wenn ich dich bei mir hätte. Aber es geht nicht, es würde so komisch aussehen. Papa und Mama wissen, daß ich im Winter und im Sommer den Weg oft genug allein gemacht habe. Sie würden glauben, ich wäre in der Stadt ein ganz anderes Mädel geworden, oder ich wäre überhaupt keine Hinterwäldlerin mehr. Und andererseits, wenn du so weit mit mir fährst, können sie dich nicht mehr nach Hause lassen. Dann müßtest du bei uns bleiben, Jimmy, und es ist Weihnachten,« setzte sie in einem fast bettelnden Ton hinzu, voll Angst, er könnte sich verletzt fühlen. »Sechs Monate bin ich weg gewesen.«

Jimmys robustes braunes Gesicht hatte sich während Melissas Rede verfinstert, aber die letzten Worte besänftigten ihn. Er verstand am besten, daß sie sich nach Hause sehnte, weil er so lange nach ihr gehungert hatte.