Sie nahm den kleinen Hut ab und wartete, der Wind möchte über ihre Knabenhaare weggehen und sie ein wenig zausen.

Aber es war ganz still, ganz morgendlich klar lag die Luft, und die alte Mühle oben stand ernsthaft und stumm und sah gleich einem grollend zur Untätigkeit verdammten rüstigen Alten, dem man sein Amt genommen hat, ins Weite. „Komm, Richard, wir wollen der Mühle einen guten Morgen sagen. Ach, du mußt nicht auch ein Gesicht machen, so ernst wie die Mühle. Heut ist doch Feiertag.“

Sie standen dort, wo man einst den Kaspar Mühlfund aufgelesen hatte. Leonore setzte sich ins Gras — sie sagte halb singend, halb horchend vor sich hin:

All’, was vergangen,

Will Wiedererlangen,

All’, was gewesen,

Sei neu erlesen,

All’, was betrübte,

Sei nun das Geliebte,

All’, was gut und gestorben,