„So, wißt ihr das so genau? Warum sagt ihr aber nicht Weiher oder Teich, sondern Bassäng?“
„So spricht der Lehrer, das ist ein Bassäng, spricht er.“
„Nun wir wollen sehen, vielleicht dürft ihr wieder hinein.“
„Aber balde — es macht so heeß itze. Kumm, meine, mir machen itze furt.“
Die Rednerin ergriff ein ganz kleines Mädchen am Arm. Aber das war noch immer in den Anblick der Uhrkette versunken, wehrte sich und sagte: „Ich bin nich deine, ich bin meiner Mutter seine.“
„Na du, ich soll doch aufpassen auf dir.“
Leonore fragte: „Sagt einmal, wer ist denn die Brävste von euch?“
Die Rednerin besann sich gar nicht, sie zeigte auf ein abseits stehendes, sanftes, blondes Kind. Und die bisher so schweigsamen Genossinnen stimmten zu: ja, das war die Brävste.
Leonore griff ihrem Mann lachend in die Tasche und holte ein wenig Geld heraus: „Was mögt ihr denn am liebsten? Na, ich muß es nicht wissen. Aber weil ihr so fleißig wart, soll euch die Brävste was kaufen. Und du mußt auch dafür sorgen, Brävste, daß jeder sein Teil kriegt.“
Die Kinder stürmten davon. Sie purzelten und kollerten den Hügel hinunter. Ein wenig schuldbewußt sagte Leonore: „Es ist nur heute, Richard, ich werde sie nicht zu Bettelkindern machen. Ausnahmen dürfen einmal sein.“