„Nein,“ sagte sie, „nein, Richard, mit Kelt ist es etwas anderes. Er spricht nicht von Futterrüben, während andere von Kunst reden. Er ist im Lande des Paradieses gewesen. Er ist in Mykenae gewesen. Das interessiert dich gewiß.“
„Er muß ja ein Ausbund von Herrlichkeit gewesen sein nach allem, was du von ihm erzähltest. Daß Großmama eigentlich gar nichts darin sah, dich so ungezwungen mit dem jungen Mann verkehren zu lassen — und jetzt reist wieder die junge Schwester des Engländers mit. Wunderliche Zustände!“
„So mußt du nicht sprechen. Kelt ist mehr als ein Gentleman — er ist wie die Natur, die keine Zuneigung, kein Zugeständnis mißversteht.“
„Wieso nennt er dich Schwester?“
„Das sagte er, als wir an der Fossa Abschied nahmen. Weißt du, er nahm seine Worte genau. Er nannte niemand Freund als den Frederic Morton. Andere, wie Vetter Paul, hieß er Kameraden. Nur zuletzt sagte er Schwester zu mir. Ich nannte ihn nur bei seinem Namen.“
Richards Gesicht drückte ein leises Unbehagen aus; Leonore bemühte sich, ihm ihre Beziehungen zu Kelt recht klar und deutlich zu machen. Sie hatte alles Herzeleid vergessen. Sie war ja wieder jung — jung —
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„Gott, was für schöne Menschen!“ Richard Freyer sagte das zu Leonore, als die Gäste für kurze Zeit nach ihren Zimmern gegangen waren.
Leise antwortete sie etwas.
„Leonore, hast du, hast du diesen Kelt geliebt?“