„Aber weißt du, wenn die Mädchen ein gewisses Alter haben, dann ist es nicht hübsch, sie bleiben ohne Mann. Weil man ihnen doch die Beweggründe dafür nicht ansieht. Viele mögen das mit den kleinen Kindern nicht, das ist begreiflich, völlig begreiflich. Ich möchte es auch nicht.“
„Meinst du vielleicht, alte Junggesellen sind netter als alte Jungfern?“
„Darüber habe ich mich noch nicht besonnen; wenn ich einmal alt bin, möchte ich wohl Söhne haben.“
„Wenn nur die Konfirmation vorbei wäre; weißt du, der hiesige Pastor, der sagt immer in seiner Rede: ‚Und ihr, meine Teuern, denen sich nun die Pforten der Jugend geschlossen haben, meine lieben Jungfrauen, denkt nicht, der Reichtum und die Ehe seien das wahre Glück.‘ Das muß man sich so stillschweigend sagen lassen. Als ob man das vom Leben wollte — Geld — Geld — einen Mann — na.“
„Er sagt es zu den Landmädchen. Vielleicht ist es da nötig, obwohl sie doch tun, was sie mögen. Aber ich finde es gänzlich inopportun, daß man dich von so einem Pfarrer konfirmieren läßt.“ Der junge Landwirt war noch nicht lange vom Gymnasium fort und liebte Worte der Bildung.
„Ja, weißt du, wir müssen Rücksichten auf die andern Leute nehmen. Doch sag mal, Klemens, wenn du schon heiraten müßtest, würdest du da mich heiraten? Ich meine, sehe ich aus wie eine, die mal geheiratet sein will?“
„Aber behüte, nein. Kein bißchen. Und das ist doch sehr einfach: Wir würden einander doch nie heiraten. Ich denke es mir entsetzlich zwangvoll, jemand zu heiraten. Dann schon eine ganz Fremde vor der man sich sowieso geniert. Da geht es dann in einem. Nun stell dir bloß vor, ich gehe weg, wenn du konfirmiert wirst; nein das halt ich nicht aus, wenn du zur Beichte gehen sollst und so. Denk bloß, all das Feierliche. Nein, das könnten wir doch unmöglich miteinander haben. Wir könnten nie mehr einander gern haben, wenn wir so eine Komödie aufgeführt hätten.“
„Du bist auch verpflichtet, jemand zu heiraten, der es gern will.“
„Wieso?“
„Nun, als Kavalier verpflichtet. Das gehört sich. Wenn ich ein Mann wäre, ich würde allen den Hof machen, allen, die beiseite stehen. Weißt du, die Frauen sind so, die wünschen sich das. Sie sind meist so arm. Ich kann mir doch noch eine Zigarette nehmen — ja, die Frauen müssen das haben, sonst kommen sie sich häßlich und armselig vor. Das tut einem doch leid. Das verstehst du noch gar nicht. Du müßtest viel mehr Kavalier gegen Charlottchen sein.“