„Gegen die Tante?“

„Die Tante — die Tante. Sag doch lieber gleich die Muhme, die Ahne. Sobald ich konfirmiert bin, nenne ich sie Cousine.“

„Und die Großmutter nennst du dann wohl dein Enkelein?“

„Du tust so unwissend. ‚Großmama‘ klingt sehr schön. Das ist wie — nun ja, unsere Wasserburg würden wir auch nicht eine Villa heißen. Eine Großmutter ist eine Königin. Aber eine Tante? Das scheint mir gerade, als nennte ich sie eine Kammerjungfer. Es ist würdelos. Frauen müssen Jugend oder Würde haben ...“

Klemens fragte ein wenig ängstlich: „Leonore, müssen wir nun hinein zu dem Onkel?“

„Ach, der fragt glücklicherweise nicht viel nach uns, und bald reist er wieder. Sag mal, Klemens, wie kommen denn wir zu solchen Verwandten? Der Onkel, der färbt seinen Bart und sein Haar. Das sieht man, so pechschwarze Haare gibt es gar nicht.“

„Er ist Ire, da gibt es das vielleicht.“

„Nein, er färbt sie. Mir graut es vor dem, ich mag gar nicht essen, wenn er mit am Tisch sitzt. Die Großeltern, die sehen nicht so, wie das ist. Wie den nur eine Tante von uns heiraten mochte?“

„Ja — und besonders, da sie zuerst einen andern lieb gehabt hat.“

„Woher weißt du denn das?“