„Ja, Freilein Lenore, Rawinzeli stech ich aus.“

Leonore guckte durch eine Öffnung in der Fliederhecke. „Haben Sie schon Bohnen gesteckt?“

„Ja. Die Eismänner sin vorbei. Die Kimmerling hab’ ich auch gelegt. Neie Sorten, die ranken sich an Bohnenstangen nauf — die brauchen net so viel Platz.“

„Aber, Ihr Garten ist doch so groß?“

„Wir brauchen halt gar arg viel Kartoffeln, sieben Kinder, sieben Mäuler, Freilein Lenore.“

„Wie geht es denn Ihrem Soldaten?“

„No, ich dank, gut. Der freit sich sehr, wenn er heimkommt aufm Herbst und wenn die Kimmerling zeitig sin.“

„Machen Sie nur bald Feierabend. Die Kimmerlinge werden schon noch Zeit haben.“

„No, guten Abend, Freilein Lenore.“

Leonore ging weiter. Alles war so schön. Wie furchtbar drollig, daß man die Gurken an Stangen wachsen ließ, damit sie nicht so viel Platz brauchten. Das mußte sie der Großmutter erzählen. O ja, Leonore hatte jetzt schon viele Bekannte in der Stadt — sie guckte so gern in die Gärten und freundete sich an. Traumfelder hießen die Leute, die hier Sommerfelder bebauten.